Katastrophenschutz - auch das ist eine unserer Aufgaben

Sommer 2002 im beschaulichen Städtchen Meißen in Sachsen. Die Elbe ist über die Ufer getreten, Dämme gebrochen und in den Straßen Meißens steht das Wasser bis zu den ersten Obergeschossen. Man erreicht die meisten Häuser nur noch mit Booten. In ganz Sachsen sind unzählige Helfer unterwegs, um den Menschen in den überschwemmten Gebieten zu helfen. Darunter sind auch Mitglieder der DLRG OG Riedstadt-Leeheim. Als Bootsführer, Taucher oder Funker helfen Sie bei Evakuierungen und der Versorgung der Bewohner Meißens. Damit wir bei Katastrophen-Einsätzen helfen können, begann man schon im Jahre 1983 in Leeheim mit der Ausbildung im Bereich des Katastrophenschutzes. Die Aufgaben im Katastrophenschutz unterscheiden sich zum Teil deutlich von denen im regulären Wasserrettungsdienst am Riedsee. Aber nicht nur die Tätigkeiten sind andere, sondern auch die Organisations- und Führungsstruktur.

Das Land Hessen fördert zehn Wasserrettungszüge, einen davon im Kreis Groß-Gerau. Ihm gehört die Ortsgruppe Leeheim an. Ein Wasserrettungszug besteht aus 25 Helfern, an die verschiedene Anforderungen bezüglich ihrer Qualifikationen gestellt werden. Das sind etwa Bootsführer, Strömungsretter und Einsatztaucher. Der am Riedsee stationierte Gerätewagen-Wasserrettung (GW-W) wurde durch das Land Hessen beschafft und dem Zug zur Verfügung gestellt. Die GW-W sind standardisiert und haben außer drei Tauchgeräten der neusten Generation ein Notstromaggregat, eine Motorsäge, feuerwehrtechnische Ausstattung und eine kleine Werkstatt an Bord. Eine Beleuchtungsanlage für Nachteinsätze sowie ein Bergeschlitten runden den Inhalt ab. Auch zwei unserer drei Boote werden uns im Rahmen des Katastrophenschutzes vom Land Hessen zur Verfügung gestellt. Aber auch unsere ortsgruppeneigenen Fahrzeuge werden im Rahmen des Katastrophenschutzes eingesetzt. Da Katastrophen-Einsätze glücklicherweise nur selten vorkommen, ist es umso wichtiger, sie zu üben und adäquat ausgebildet zu sein. Dem kommen wir in unterschiedlicher Weise nach. Da gibt es zum Beispiel Tauchübungen, bei denen das Arbeiten unter Wasser trainiert oder das Verlegen von Deichfolien geübt wird oder die Strömungsretter üben das Abseilen von einer Brücke in einen reißenden Fluss. Genauso verschieden wie die Ausbildung der Mitglieder des Zugs, sind auch die Aufgaben im Katastrophenschutz: Denkbar sind Schiffsunglücke auf dem Rhein oder ähnliche Hochwassereinsätze wie eingangs erwähnt in Meißen. Für solche oder ähnliche Ereignisse sind wir mit unserer gut ausgebildeten und hochmotivierten Gruppe bestens auf den Einsatz vorbereitet.