Die Jahre 1991 - 2000

1991:

Einweihung der Umbaumaßnahme mit Regenwetter und Kälte − trotzdem ein Riesenerfolg, mit Fahrzeugschau, Livekonzert und vielen Ehrengästen.

Wie dies bei uns so üblich zu sein scheint, gehen das Ende der Baumaßnahmen und der Aufbau des Festzeltes nahtlos ineinander über. Bei der Einweihungsfeier ist außer den Ehrengästen aus Vereinen und Verbänden auch fast die gesamte Gemeindevertretung anwesend. Ein Umstand, der uns das Gefühl der Akzeptanz vermittelt und über den wir uns sehr freuen.

Eine erstmals durchgeführte Strand− und Wasserolympiade findet großen Zuspruch. Abends spielt die Band "Papa und die Buben" und der Umsatz an Essen und Trinken (nicht nur bei den Buben) nimmt rekordverdächtige Ausmaße an.

Gerald Lohr wird Bezirkstauchwart. Die Tauchergruppe wächst zur stärksten Rettungstauchergruppe im Bezirk und bleibt es bis heute.

1992:

Die Sanitätsausbildung wird begonnen. Es zeigt sich schnell, daß sie künftig unverzichtbar für die Ausübung des Wachdienstes sein wird.

Jochen Lohr übernimmt auf Bezirksebene das Amt des Katastrophenschutzbeauftragten. In der kalten Garage wird ein Lehrgang für Helfer im KatS abgehalten, zu dem der Landesverbands-KatS-Leiter Walter Schwab persönlich erscheint und uns in die Schuhe hilft. 20 Kameradinnen und Kameraden werden geprüft und bilden das Rückgrat für den noch aufzubauenden Wasserrettungszug. Dieser wird sich später zur größten freiwilligen Einheit im Bereich der DLRG entwicklen.

1993:

Wir streiten uns mit Gernsheim, wer stärkste Ortsgruppe an Bezirk ist. Wir gewinnen und sind heute die mitgliederstärkste OG im Bezirk mit ca. 550 Mitgliedern, dichtauf gefolgt von Nauheim-Trebur. Der Ford Transit wird angeschafft und ausgebaut. Die endgültige Fertigstellung muß aber unterbleiben, weil das Fahrzeug auch künftig anderen Zwecken dienen wird, denn:

Nach langem Beraten beschließt der Vorstand einen erneuten Antrag an die Gemeinde, wegen Erweiterung der Rettungsstation zu stellen. Leider bleiben von der Mannschaft, die diesen weitreichenden Entschluß faßt, nicht allzuviele übrig, als es an die Arbeit geht.

Durch den Architekten Horst Seigerschmidt und den Statiker Claus Fuckner werden auf der Basis der bisherigen Pläne Vorschläge für den Umbau und die Erweiterung vorgelegt, die ungeteilte Zustimmung finden und Grundlage für die Beantragung und spätere Mittelbewillligung sind. Es darf an dieser Stelle erwähnt werden, daß durch etlichen Honorarverzicht auch eine erhebliche Ersparnis an öffentlichen Finanzmitteln erfolgte.

Leider sind die öffentlichen Stellen, die uns noch etwas beschäftigen, bei der Gebührenberechung nicht ganz so großzügig, d.h. die Baugenehmigungsgebühr muß voll bezahlt werden, trotz entsprechenden Antrages und einer Intervention durch die Gemeinde Riedstadt.

Anderen Vereinen im Kreis geht es hier besser - diese müssen nicht nur nichts bezahlen, sondern erhalten auch noch Zuschüsse.

1995:

Baubeginn der Phase 3:

Aufstellen des Dachstuhles − es werden 11, 5 to Nadelholz verbaut. 27 Mitglieder und drei Fachkräfte eines ortsansässigen Gewerbebetriebes schaffen den Aufbau an einem Tag. Um 21.00 Uhr wird der letzte Nagel eingeschlagen. Richtfest wieder mit viel Promis, der eine oder andere hält uns für größenwahnsinnig. Nicht jedoch unsere Mandatsträger in den politischen Gremien der Gemeinde Riedstadt− die stellen die Mittel für alle Materialkosten während des gesamten Bauvorhabens zur Verfügung − zur Nachahmung empfohlen.

Nachdem dann das Ziegeldach gedeckt ist, geht durch einen heißen Sommer mit einer enormen Belastung an Einsätzen das Baufieber etwas zurück, nicht ohne vorher ein Bauhelferfest als Dankeschön für die insgesamt 64 Bauhelfer zu absolvieren. Im Wachdienst absolvieren wir eine Rekordzahl von 5900 Stunden und etwa 450 Hilfeleistungen.

Erstmals bilden wir Gemeindebedienstete für den Schwimmbaddienst aus. Nach einem Entwurf der DLRG Leeheim werden Anwärter für die Schwimmmeistertätigkeit in den Riedstädter Freibädern ausgebildet. In den Bereichen Rettungsschwimmen, Erste Hilfe, Herz-Lungen-Wiederbelebung, Rettungsgeräte, Funkunterweisung und Strafrecht erfolgt eine Unterweisung und, wo vorgesehen, eine Prüfung.

Jochen Lohr wird Technischer Leiter des Bezirkes Groß-Gerau.

1996:

Weiterführung des Bauvorhabens. Nach einem kalten Winter und einer längeren Pause geht es bis zum Sommer wieder flott voran, bis uns unsere Geschwindigkeit am Bau die Finanzmittel verbraucht hat. Gerald Lohr und Hubert Carl werden zum Tauchlehrer II ernannt und sind ausbildungs- und prüfungsberechtigt für den Rettungstauchschein

Die Rettungstauchergruppe steigt auf 15 Mitglieder; mit 22 Rettungstauchern im Bezirk insgesamt stärkste Tauchergruppe in Hessen.

Die erste Ausbildungsfahrt für Rettungstaucheranwärter an die Cote d'Azur wird organisiert und durchgeführt. 6 Rettungstauchanwärter aus Leeheim legen im Herbst erfolgreich ihre Prüfung ab, daneben sind nun jährlich bei den Prüfungen ca. 20 Anwärter aus allen Teilen Hessens sowie jeweils etwa 20 − 25 Wiederholungsprüflinge zu Gast, um den praktischen Teil zu bestehen.

1997:

Zweite Ausbildungsfahrt für Rettungstaucher an die Cote d'Azur.

Fertigstellung der Rettungsstation mit großem Schulungssaal, Küche, Wachleiterbüro, kleinem Sitzungszimmer, Sanitätsstelle, Taucherraum, großer Dusche und nach Männlein und Weiblein getrennte Bedürfnisanstalten −es ist alles da und viel schöner geworden, als wir es uns vorgestellt hatten. Den Neidern, die unser schmuckes Heim als Palazzo prozzo abtun wollen, treten wir verbal ordentlich gegen das Bein.

Unser 25-jähriges Jubiläum wird gefeiert. Nach einer intensiven Bauphase und einer ebenso intensiven Vorbereitungszeit startet eine Feier, wie sie der Riedsee noch nicht gesehen hat. Allein am "Akademischen Abend" 650 Besucher, eine Talkshow, viele Ehrengäste und Weggefährten aus alten Tagen. Ein FFH-DJ lockt weit über 1000 Besucher in unser Riesenzelt, nachdem er zu früh verschwinden will, kann dies durch die "Sicherstellung" der Fahrzeugschlüssel verhindert werden. Strandolympiade und ein Festgottesdienst mit dem neuen Leeheimer Pfarrer Bode sprengen ebenfalls alle bisherigen Vergleiche. Eine Fahrzeugschau mit dem 42-m-Kran der Merck-Feuerwehr als Highlight lässt die Tage zum Erlebnis für Jung und Alt werden, und einen Rummelplatz haben wir auch.

Aus allen Leeheimer Vereinen wird uns Hilfe zuteil, und durch großzügige Spenden einer Brauerei und Leeheimer Gewerbetreibenden können die 130 Helfer am anschließenden Helferfest anständig versorgt werden und es wird auch zünftig geklimpert.

Wir verfügen nun über 15 Inhaber des Lehrabzeichens der DLRG, weitere 8 sind in der Ausbildung.

Außer den 21 Sanitätern sind nahezu alle Wachdienstmitglieder (nochmals zusätzlich ca. 50 Personen) in Erster Hilfe und HLW ausgebildet.

Außer den 15 Rettungstauchern bereiten sich weitere 5 Rettungstaucher auf diese schwierige Prüfung vor und legen trotz Fest- und Baustress im Herbst erfolgreich ihre Prüfung ab. Zudem sind ca. 15 weitere Mitglieder Inhaber des Gerätetauchscheines und 18 Kinder und Jugendliche haben das Schnorcheltauchabzeichen der DLRG erworben. Damit hat sich die Tauchergruppe zur stärksten auf OG-Ebene in Hessen entwickelt. Die Leeheimer Rettungsstation ist erstmalig komplett Prüfungsort der Taucherprüfungen des Landesverbandes für den südlichen Bereich und bleibt es bis heute.

1998:

Im Katastrophenschutz wird die Ausbildung forciert. Hubert Carl wird wieder Bezirksleiter. Durch die Intervention beim Landesverband erreichen wir die Zusage, ein neues Boot aus Mitteln des Landes Hessen zu erhalten. Das Boot kommt, und wir taufen es auf den Namen unseres Gründers und letzten Bürgermeisters der selbständigen Gemeinde Leeheim, "Heinrich Bonn". Bei der Bootstaufe wieder viel Promis, im Vereinsleben wird nach den Stressjahren 1995 − 1997 mal nur das Halten des Status quo geübt.

1999:

Wir sind doch um einiges älter geworden − das wird uns schlagartig bewusst, als bei Vorstandsneuwahlen die Jugend bei der Verteilung der Ämter zuschlägt. Die Frischzellenkur beflügelt aber die Aktivitäten, und viele der damals "jungen Wilden" haben sich für die DLRG als unverzichtbar erwiesen.

Unser neues Boot verpflichtet uns, mal wieder Bootsführerausbildung zu betreiben. Zum Schluss sind es 33 Personen, die mit 9 Theorieabenden und je 15 Fahrstunden von Jochen Lohr und Hubert Carl zur Prüfung geschickt werden, die natürlich am Riedsee stattfindet. Alle bestehen! Die Prüfungskommission meint: Müsst ihr immer so klotzen? Natürlich, denn nebenbei wurde noch unser Bootssteg gebaut.

Im Sommer bilden wir 6 Polizeioffiziere aus Abu-Dhabi und den Vereinigten Arabischen Emiraten zu Rettungstauchern aus und unterstützten eine Einheit der Bundespolizei bei der Weiterbildung der 6 zu Polizeitauchern.

Zum Jahresende das 25. Rheinschwimmen in Folge: Es wird eingeladen, und nahezu alle geladenen Gäste aus 25 Jahren Tauchen in Leeheim geben sich die Ehre. Eine schöne Bilderausstellung von Gründungstauchwart Wolfgang Siebert und eine Rekordbeteiligung an Schwimmern und Begleitbooten macht aus dem Wochenende ein unvergessliches Ereignis.

2000:

Das Millennium beginnt mit Bereitschaft auf der Station, einer gemeinsamen Silvesterfeier und einem unvergleichlich bunten Riedsee (wg. Feuerwerk). Gemäß Beschluss bei den Vorstandwahlen wird Gerald Lohr am 1. Tag des neuen Jahrtausends 1. Vorsitzender unserer Ortsgruppe und bleibt es bis heute.

Nach einer geänderten Prüfungsordnung wird bei der DLRG auf Landesebene eine Ausbildungskampagne für den Tauchlehrernachwuchs gestartet. Um die raren Plätze wird gerangelt − von Leeheim schaffen es immerhin 3, am Vorbereitungslehrgang teilzunehmen.