Die Jahre 1981 - 1990

1981:

Wechsel im Vorsitz. H. Carl wird OG-Vorsitzender.

Grundsteinlegung der Station am 22.06.1981, deren Grundriss von zwei Vorstandsmitgliedern hilfreicher Weise auf die damals vorhandene Betonplatte aufgezeichnet wurde. Bei Regenwetter und schon fertiggestelltem Erdgeschoß ahnt noch keiner, was daraus mal wird, aber benachbarte Kameraden schaffen es, dem LV ein Boot abzuschwatzen, und zwar ein neues!

Es wird das ganze Jahr über an dem Neubau gearbeitet, und viele der Helfer, die damals zum ersten Mal mit einer Schaufel oder einer Schubkarre Bekanntschaft machten, sind heute noch dabei und zum Teil langjährige Vorstandsmitglieder.

Während der Bauphase bildet sich zum ersten Mal auch ein Gefühl zu wissen, wo man seinen Platz hat. Die Rettungsstation wird dann auch nach ihrer Fertigstellung zum Anlaufpunkt für jung und alt in der DLRG und zum Treffpunkt für überregionale Aktivitäten der DLRG. Sie bleibt es bis heute.

1982:

10-jähriges Jubiläum im April. Das Rheintal knallvoll, weil über 100 Leute geehrt werden.

Auch hier, wie heute knappste Zeit zum Vorbereiten der eigentlichen Feier wg. Baumaßnahmen. Einige werden sich noch daran erinnern, daß erst 3 Tage vor dem Jubiläumsabend die Kapelle verpflichtet wurde. Aber es klappte dennoch.

Einweihung der Rettungsstation im Mai (1. Etappe). Auch hier wieder knapp mit der Zeit, aber fertig (Der Schreiner flitzte hinten raus, weil vorne der Besuch kam). Zahlreiche Ehrengäste, die Leeheimer Vereinsvorsitzenden und viele Freunde der DLRG aus der Leeheimer Einwohnerschaft besichtigen den Neubau, der uns noch riesengroß vorkommt. Sonntags wieder Regenwetter, wie es sich für die DLRG bei einem Fest gehört.

1983:

Start im friedensmäßigen Katastrophenschutz (KatS) - eine Sache, die 1978 auf Bezirksebene begonnen, aber von den Verantwortlichen nicht vorangetrieben wurde, obwohl hier noch Material und Zuschüsse zu erwarten waren. Bei einem Treffen, welches federführend durch die OG Leeheim geplant und durchgeführt wurde, waren Vertreter aller Südkreisgemeinden, des Landesverbandes und des Bezirkes der DLRG anwesend. über die künftige Marschrichtung war schnell Einigkeit erzielt.

Es sollte dennoch mehrere Jahre dauern, bis die Leitung des KatS nach Leeheim kam und damit die Sache laufen lernte.

Durch die Installation des integrierten Funknetzes am Riedsee und die Versorgung im 2-m-Betriebsfunk und 4-m-BOS können wir miteinander reden, ohne uns zu sehen, und die Leitstelle kann direkt verständigt werden. Und das alles ohne Handy - kaum zu glauben. Das ist für die nun doch stark angewachsene Besucherzahl erforderlich und eine große Erleichterung für die Wachdienstmitglieder. Bei der Finanzierung werden die Lasten zwischen der Gemeinde Riedstadt und der DLRG aufgeteilt und vertraglich festgeschrieben. Das erleichtert auch für künftige Anschaffungen die Verhandlungen sehr.

Die Jugendlichen dürfen erstmalig unsere Wiese an der Station zum Zelten nutzen, wobei sie auch die Schlüsselgewalt über die Station erhalten. Wenn auch mancher der Älteren die Stirne gerunzelt haben mag, die Praxis hat sich bis heute bewährt. Nur durch Übertragung von Verantwortung lernt man mit dieser auch umzugehen. Viele dieser Jugendlichen sind heute bereits lange im Vorstand von Bezirk und Ortsgruppe tätig.

Ein Lehrgang mit Sprechfunkunterweisung im BOS-Band wird durch den Kreisausbilder der Feuerwehr Bergstraße mit DLRG-Mitgliedern durchgeführt.

1984:

Es besteht erheblicher Bedarf für die Durchführung eines Kurses zur Erlangung des Bootsführerscheines Binnen A.

Die bisherigen Möglichkeiten, bei anderen Clubs in der Nähe (Gernsheim, Stockstadt) einige Mitglieder mit ausbilden zu lassen, scheitern an der zu großen Teilnehmerzahl.

Die OG Leeheim schafft sich eine eigene Verbindung zur Prüfungskommission. Hubert Carl erhält neben den Prüfern des Landesverbandes eine eigene Prüfernummer und bildet außer eigenem Personal auch die Bootsführer der Freiwilligen Feuerwehr Leeheim mit aus. Dies behalten wir bis zum Jahr 1990 so bei − auch wenn es den Landesverband nicht freut. In diesem Zeitraum werden in Leeheim über 90 Bootsführer der FFW Leeheim, der DLRG Leeheim, der DLRG Nauheim und der DLRG Groß-Gerau ausgebildet.

Leider lassen die dann zunehmenden Belastungen eine Fortsetzung der Aktivitäten nicht mehr zu. Das 10. Rheinschwimmen wird durchgeführt.

1985:

Die DLRG und die Gemeinde kaufen nach längeren Verhandlungen über das finanzielle Engagement des jeweiligen Partners 3 komplette Tauchausrüstungen ( bestehend aus Trockentauchanzügen, Unterziehzeug, Atemreglern, Preßluftflaschen, Tauchermasken, Geräteflossen, Instrumenten, Bleigurten und Tauchermessern ).

Leider musste wegen geänderter EU-Richtlinien mittlerweile ein großer Teil kostenintensiv ersetzt werden. Unser Anspruch von damals ist aber heute noch nicht überall Standard.

Der DLRG−Landesverband richtet erstmalig die praktische Prüfung für Rettungstaucher am Leeheimer Riedsee aus − es beginnt eine Ära, die Jahrzehnte überdauern soll und der Riedsee erreicht als Tauchermekka hessenweit Bekanntschaft.

1987:

Nach über 1−jähriger Planung und Mittelakquisition (im Volksmund auch Schnorren genannt) haben wir unser eigenes Fahrzeug. Ein Mitsubishi Allrad, damals neustes Modell, damals das Nonplusultra für ein Fahrzeug einer Hilfsorganisation.

Eine Fahrt auf den Sandberg der Fa. Renneisen wurde problemlos gemeistert, ebenso wie zahlreiche übungs- und Einsatzfahrten bei unwegsamen Gelände und bei Hochwasser. Der L 300 bleibt uns bis zum Jahr 2006 erhalten.

1988:

Baubeginn Phase 2:

Der Garagenanbau wird zum ersten Umbau der Station. Es entsteht ein Sanitätsraum, ein Taucherraum und eine Fahrzeughalle.

Die DLRG Leeheim beteiligt sich mit der Wasserrettungsgruppe des Bezirkes an einer Übung in Wiesbaden. Durch einen eher zufälligen Kontakt mit dem Staatssekretär im Innenministerium erhalten wir ganz unverhofft ein 4−m BOS−Gerät für unseren Allradbus.

Auch an dem erstmals durchgeführten Riedstädter Straßenfest in Goddelau sind wir dabei. Bürgermeister, Beigeordneter und Kulturamtsleiter tauchen unter, da wir unser Wasser und die Tauchanzüge mitgebracht haben.

Gerald Lohr wird Tauchwart der Ortsgruppe und Stellvertreter des Bezirkstauchwartes, was der Tauchausbildung Einblicke nach oben verschafft

1989:

Wir veranstalten eine Modenschau − mal was ganz anderes und ganz ohne Wasser. Die Sporthalle ist voll, und auch hier sehen wir im wahrsten Sinne des Wortes gut aus. Und Geld verdienen tun wir auch noch!

Durch einen Unglücksfall in Erfelden wird die Notwendigkeit weiterer Funkmeldeempfänger offenkundig.

Der damalige Bürgermeister Andreas Hoffmann setzt sich, wie auch bei anderen wichtigen Anschaffungen dafür ein, daß alle Rettungstaucher einen Meldeempfänger bekommen. Der Rest des Jahres vergeht mit Baumaßnahmen.