Die Jahre 1972 - 1980

Am 26.01.1972 konnte die Gründungsversammlung stattfinden. Bürgermeister Heinrich Bonn übernahm die Leitung der Versammlung. Vom DLRG Bezirk Groß−Gerau waren der Vorsitzende Herr Dieck und Herr Rüssing anwesend.

Aus den Reihen der Versammlungsteilnehmer fanden sich genügend Mitglieder, so daß die Gründung ausgesprochen und ein Gründungsvorstand gewählt werden konnte. Als ersten 1. Vorsitzenden der DLRG Leeheim wählte die Versammlung Hartmut Pletz.

Einem Antrag der Ortsgruppe wurde im März 1972 entsprochen und ein Betrag für die Erstausstattung von Gerätschaften zur Verfügung gestellt − ein Zelt, ein Ruderboot und Sanitätsmaterial. Ruderboot und Megaphon sind heute noch in Betrieb und somit die ältesten aktiven Wachdienstmitglieder.

Gleichzeitig wurde ein besonderes Gelände im Riedseegebiet, welches für die Zwecke der DLRG freizuhalten ist, ausgewiesen. Weitblickend, so muss man die Planungen des Bürgermeisters von damals bewerten − auf diesem Gelände steht heute unsere schöne Station!

In den Winter− und Frühjahrsmonaten wurden jugendliche und erwachsene Mitglieder zu Rettungsschwimmern ausgebildet, damit der Wachdienst zu bestimmten Zeiten übernommen werden kann, namentlich am Wochenende.

Die Kelsterbacher DLRG nimmt uns sehr freundlich auf. Wir erinnern uns noch gern an den dortigen Bezirksleiter Horst Wildenhof, der uns kurzerhand zu temporären Kelsterbachern erklärte und somit den freien Zugang zum Kelsterbacher Hallenbad sicherstellte. Zunächst wird mit Privat−Pkw der Vorstandsmitglieder gefahren, dann bezuschußt die Gemeinde Leeheim einen Bus, der uns für die Kursdauer zum Rettungsschwimmer Silber nach Kelsterbach bringt.

Für den Busfahrer eine nicht ganz so lustige Sache wie für DLRG − Mitglieder − insbesondere die damals 15 − 18 jährigen ließen ihren damals gerade aufkommenden Kassettenrekordern freien Lauf.

Am 17.06.1972 wurde am Riedsee die Badesaison 1972 eröffnet. Erstmals stellte sich die Ortsgruppe Leeheim der Öffentlichkeit vor und übernahm ab diesem Tag den Wachdienst am Riedsee. Wir durften sogar den Eintritt kassieren und behalten − völlig unbürokratische Vereinsförderung!

An diesem Wochenende wird Deutschland Fußballeuropameister, mit Günter Netzer, Gerd Müller, Wolfgang Overath und dem damals noch bürgerlichen Franz Beckenbauer. Die Jugendgruppe nimmt im Auftrag des Vorstandes und unter Mithilfe einiger, nicht aller Vorstandsmitglieder, am damaligen Kiesloch Frei− und Fahrtenschwimmerprüfungen ab. Pro Abzeichen und pro Ausweis 1,00 DM, da kam doch einiges in die Kasse.

Am Ende des Jahres hatten wir bereits ca. 170 Mitglieder, mit dem Ergebnis, daß an der Feier zum 25−jährigen Jubiläum auch nahezu 100 Mitglieder für 25 Jahre Mitgliedschaft geehrt werden konnten.

Die Gründungsmitglieder der DLRG Leeheim

Bonn, HeinrichMetzger, Ludwig
Bonn, RudolfMittelstädt, Karl Heinz
Bonn, WalterMittelstädt, Traudel
Carl, HubertMüller, Heinz
Carl, WilliNold, Gerda
Dörr, HeinzNold, Peter
Dörr, KlausPetri, Heinrich
Dörr, WernerPletz, Hannelore
Friedrich, JakobPletz, Hartmut
Friedrich, KurtRaiss, Gerlinde
Grischek, BertholdReber, Bernd
Härter, HeinrichReinhardt, Dieter
Härter, JürgenReißner, Wilfried
Humburg, WilliSchaffner, Werner
Jungert, RobertSchlögl, Franz
Krüger, GüntherSchneider, Wilhelm
Krüger, JuttaSchwarz, Martin
Lohr, KlausSiebert, Wolfgang
Lohr, LutzSieg, Franz
Lohr, WilhelmSieg, Leonhard
Mehring, KorneliaThurn, Gerhard
Melchior, HelmutThurn, Klaus Burkhard
Melchior, RalfVatter, Hans
Melchior, ReinerWald, Wilhelm
Melchior, WilfriedWeich, Wilfried



Die Mitglieder des 1. Vorstandes der DLRG Leeheim

1. VorsitzenderHartmut Pletz
2. Vorsitzender u. SchriftführerOtto Reber
KassenwartHeinz Härter
PressewartWalter Bonn
Technischer LeiterWilli Humburg
stellv. Technischer LeiterLudwig Metzger
BeisitzerWilhelm Lohr
Walter Jung
Martin Schwarz
Robert Jungert
Wolfgang Siebert
KassenrevisorenLudwig Jung
Helmut Nold

Die folgenden Jahre bis heute wollen wir nun in Stichworten Revue passieren lassen.

1973:

Wir beteiligen uns am Dorfgemeinschaftsfest und sind im Wirtschafts− und Presseausschuß vertreten. Die Schwimmausbildung in Kelsterbach wird weiterbetrieben, in Gernsheim und Groß−Gerau werden Schwimmbäder gebaut.

 

1974:

Wir bauen ein festes Haus. Es ist das Gebäude, welches heute als Büro für den Platzwart neben dem Sanitärgebäude genutzt wird. Wir haben unser weniges Material draußen und die Jugend hat einen Raum - tolle Sache. Das Wachzelt wird weiterhin genutzt.

Die Tauchergruppe wird gegründet. Erster Tauchwart ist Wolfgang Siebert, der auch die Ausbildung übernimmt und die ersten Taucher zur Rettungstaucherprüfung führt.

Im Wachdienst wird anstelle von 2 mit versuchsweise 4 Gruppen gearbeitet kein Erfolg, weil die Abstände zwischen den Diensten zu groß waren, das Personal zu wenig, und die Ausbildung nicht ausreichend. Allerdings waren die Besucherzahlen am Riedsee damals noch ausgesprochen moderat.

1975:

Am 3. Advent findet das erste Rheinschwimmen statt. Gestartet wird an der Guntersblumer Fahrt. Die ersten Teilnehmer sind Tauchwart Wolfgang Siebert, 1. Vorsitzender Hartmut Pletz, Peter Nold, Frank Linn und Hubert Carl.

1976:

Wir bekommen ein Boot - mit Motor und Anhänger. Erster Bootswart wurde Hans-Arnold Dörr, der spätere Riedstädter Ortsbrandmeister und Leeheimer Feuerwehrchef.

Auch das Boot ist heute noch im Dienst! Damals stand es in einer Garage beim alten Gerätehaus und konnte nur benutzt werden, wenn es mit einem Privatwagen mit Anhängerkupplung an den See gezogen und abends wieder zurückgebracht wurde. Es war aber immer da!

Bei der Einweihung ist viel Prominenz auch von höherer Ebene da, die aber ein Jahr später nicht mehr gerne an Leeheim denkt. Als Wachraum wurde provisorisch ein Bauwagen hergerichtet.

1977:

Nachdem wir ein Jahr zuvor einen Finanzskandal im Bezirk Groß-Gerau mit aufdecken halfen, muß der Bezirksvorstand zurücktreten. Hubert Carl wird neuer Bezirksleiter (bis 1980). Manuela Carl wird Geschäftsführerin des Bezirkes, Rudolf Löffler aus Trebur neuer Schatzmeister. Innerhalb weniger Monate sind die Finanzen konsolidiert. Die OG Leeheim bekommt nun erstmals mit, wie Verbandspolitik gemacht wird und daß nichts wichtiger ist als gute Beziehungen. Die Erfahrungen helfen für spätere Jahre.

Die Kommunale Gebietsreform bringt die Großgemeinde Riedstadt hervor. Wir müssen uns auf neue Partner einstellen. Letztlich ist aber für Leeheim und insbesondere für die DLRG die neue Situation auf lange Sicht kein Nachteil.

1978:

Wechsel im OG- Vorstand: Ludwig Lessenich wird 1. Vorsitzender der DLRG Leeheim.

Es folgen auf OG-Ebene erste Versuche, sich im Katastrophenschutz zu engagieren. Mit noch sehr bescheidener Ausstattung und privater Ausrüstung werden Übungen veranstaltet. Eine Arbeitsgrundlage wird erstellt, um Ausrüstung, Material und Ausbildung zu standardisieren. Diese grundlegenden Anstöße finden sich noch heute in den Ausbildungsrichtlinien wieder.

1980:

Die Wachdienstsituation ist mehr und mehr ein Ärgernis. Unterbringung in Zelt und Bauwagen neben fester Station zieht auch Publikum bei, welches wir nicht haben wollen.

Dadurch verlieren wir auch Mitglieder, die sich mit der Situation nicht abfinden wollen.

Ein Antrag an die Gemeinde auf Neubau einer Station wird daher gestellt. Grundlage sind die Pläne aus dem Jahre 1974, die im Auftrag der Gemeinde Leeheim erstellt wurden und für die damaligen Verhältnisse eine ausreichende Unterbringung unseres Materials sicherten. Wie bei allen späteren Vorhaben und Anschaffungen erfolgt die Unterstützung durch die politischen Gremien einmütig und rasch.